Das-Deep-Sand-Bed
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Mein erster Versuch

Deep Sand Bed


Fluch oder Segen

Die biologische Revolution im Meerwasseraquarium, ein Filtersystem, das in der Meerwasseraquaristik keinen Vergleich mit anderen Filtersystemen scheuen muss.

In den USA, wo das Deep Sand Bed (DSB) schon seit vielen Jahren in der Meerwasseraquaristik Anwendung findet, ist man von den sehr positiven Auswirkungen auf Korallen und niedere Tiere, sowie das ganze Biosystem, sehr überzeugt. Da ich mich zu den Aquarianern zähle, der durch viel Lesen, Internetrecherchen etc. für Neuerungen stets zu haben ist, begann ich im April 2005 damit, das DSB in mein 800l Deltabecken einzubringen.
Eins ist bei einem Umbau jedoch zu bedenken, es sollte nur auf den sehr feinen Argonit der Firma CaribSea zurückgegriffen werden. Beim Livesand sollte man ebenfalls ein paar Euro mehr investieren und die Sorte "Livesand Frisch aus dem Meer" einsetzen, ebenfalls von CaribSea.
Da ich mir vorgenommen hatte, den Boden 10 cm hoch mit Argonit zu bedecken, brachte mir mein Händler Nemo's Aquaristik 80 kg Argonit und 3 Säcke Livesand vorbei.

Bei der Neueinrichtung eines Aquariums mit DSB sollte man drauf achten, dass an den Stellen, auf denen später das Riff stehen soll, totes Riffgestein in das DSB eingebaut wird. Das hat folgende Gründe:

  • Das Riff sollte nicht auf dem Bodengrund stehen, um Fäulnisbildung der unteren Steine zu vermeiden
  • Das Riff würde im Laufe der Zeit in den Bodengrund einsinken

 

Beim Umbau eines bestehenden Aquariums auf DSB können natürlich die bereits im Becken vorhandenen Steine auf der Bodenplatte stehen bleiben.

  • Zuerst wurde der alte Bodengrund mit einem Schlauch abgesaugt, wobei ca. 100 l Aquarienwasser so auch mit abgesaugt wurden.
  • Dann haben wir die 80 kg Argonit mittels eines 60er PVC-Rohres ins Becken eingebracht. Dabei wurde der Sand von oben langsam in das Rohr geschüttet, um eine totale Eintrübung des Wassers zu verhindern.
  • Die 3 Säcke Livesand haben wir dann oben auf das Argonit geschüttet und das Becken dann wieder mit 100 l neu aufbereitetes Aquarienwasser aufgefüllt.
  • Dann wurden alle Aggregate und die Strömungspumpen wieder in Betrieb genommen.


Die Strömungspumpen sollten gegenläufig arbeiten und elektronisch steuerbar sein, um eine gute Wellenbewegung zu erreichen. Nachts kann die Strömung um ca. 50 % reduziert werden.

Nach ca. 24 Stunden war das Wasser schon wieder fast klar, sodass man sich schon an dem tollen hellen Bodengrund erfreuen konnte.

Um die volle Wirksamkeit des DSB zu erreichen, ist ein kleiner roter Wurm (ca. 2 cm lang u. 1 mm dick), der in dem Livesand enthalten ist, unbedingt notwendig. Dieser Wurm durchzieht den ganzen Bodengrund mit kleinen Sandröhren. Diese bewirken, dass der Bodengrund sehr langsam durchspült wird. So wird in den unteren Bodengrundschichten das Wasser sehr langsam ausgetauscht. Eine sehr große Umwälzung des Wassers, ca. das 10- bis 20fache der Wassermenge, sowie eine gute Sauerstoffversorgung ist zwingend erforderlich.
Ca. 8 - 10 Tage später waren die ersten röhrenbildenden Sandwürmer zu sehen. Das stimmte mich schon sehr optimistisch, dass mein Entschluss für DSB zu entscheiden, wohl richtig wäre. Da ich normalerweise die ganze Woche nicht zu Hause bin, wurde ich abends von meiner Frau über den jeweiligen Stand des Aquariums unterrichtet.

Nach ca. 4 - 6 Wochen, dem Aquarium, allen Tieren und Fischen ging's soweit gut, passierte folgendes:
Meine Frau rief mich an, dass der Bodengrund nicht mehr weiß sei, sondern hellbraun würde. Als ich dann Freitagsabends nach Hause kam (es war noch schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte), war der Bodengrund und Teil der lebenden Steine mit einer dicken Schicht hellbrauner Schmieralgen überzogen. Da war jetzt schnelles handeln angesagt!
Hier muss ich noch kurz anmerken, dass ich mein Aquarienwasser seit 6 Jahren aus Regenwasser, welches über ein Kohlefilter und dann durch einen Vollentsalzer läuft, aufbereite.
Mein erster Gedanke war, Silikat im Wasser, was diese Algenplage hervorrufen kann. Da ich jedoch noch nie Silikate im Wasser und deswegen auch keinen Test zu Hause hatte, rief ich meinen Freund an und er sagte zu, am nächsten Tag mit allem, was wir brauchen, vorbeizukommen.
Wir haben also dann Silikat, PH, Nitrat gemessen, aber alle Werte waren im grünen Bereich. Also, woher kamen dann diese Schmieralgen?? Wir machten dann einen größeren Wasserwechsel von ca. 150 l, haben so gut wie alle Schmieralgen mit abgesaugt und 2 Beutel Silcarbonat in den Filter gelegt. Doch nach wenigen Tagen waren die Schmieralgen wieder da!
Also entschloss ich mich, mehrmals wöchentlich die Algen abzusaugen und zusätzlich jede 2. Woche 30 l. Wasserwechsel vorzunehmen.
Zusätzlich habe ich im Internet nach allem gesucht, was oder wer irgendwie helfen könnte.
Vom Zoo Rotterdam, der ein Karibik Tiefenriff von 54.000 ltr. mit einem DSB betreibt mit 30 cm Bodengrundhöhe, bekam ich den Hinweis, mein DSB auf mindestens 15 cm aufzustocken. Dies soll bewirken, dass ein Durchbrechen des aneroben Bodengrunds nach oben unterbunden wird. Gleichzeitig wäre auch eine Möglichkeit, Seegras zu pflanzen.
Meine intensiven Bemühungen mit Absaugen und Wasserwechsel hatten jedoch auch so Erfolg. Nach ca. 6 Monaten waren alle Schmieralgen gebändigt.

Jedoch die Vorstellung, Seegras im Aquarium wachsen zu haben, ließ dann meinen Entschluss reifen, das DSB auf Minimum 15 cm aufzufüllen. Dieses Vorhaben wurde am 09.12.2005 umgesetzt.

Nach längerer Überlegung hatte ich mich dazu durchgerungen, meinen derzeitigen Fischbestand - 5 Doktoren, 1 Kaiser, 2 Drücker, 1 Fuchsgesicht - an einen befreundeten Aquarienliebhaber abzugeben.
Dann haben wir auch alle Steine aus dem Becken entfernt.
Jetzt wurden nochmals 60 kg Argonit ins Becken gegeben und so eine Bodengrundhöhe von 15 cm erreicht. Danach wurde das Riff wieder aufgebaut und meine übriggebliebenen 2 Fische (Pseudochromis fridmani) wieder eingesetzt.

Im diesem Zusammenhang habe ich die komplette Filterung, die sich bis dahin im Keller untergebracht war, aus Kostengründen im Becken zu installieren. Diese Möglichkeit bietet ein sehr gutes Biologisches Filtersystem der Firma Maximal Biosysteme, welches in meinem alten System im Keller bereits integriert war. Um das Ganze ins Becken zu installieren, musste ich eine längere, neue Maximalröhre und einen Maximalabschäumer kaufen. Dann konnte ich nach wenigen Tagen den Filter ins Becken setzen. In die Mitte der Röhren wurden noch ca. 2 l. Siporax eingegeben, um die Filterwirkung zu erhöhen.

Nach ca. 4 Wochen zeigte das ganze System seine positive Wirkung: alle niederen Tiere zeigten Farbe und Wachstum, wie sie vorher nicht zusehen war.

Nun war der Zeitpunkt gekommen, um mich um neue Fische und Korallen zu kümmern. Auch sollte Caulerpa Palifera und Seegras ins Becken.

Über einen Internetshop besorgte ich mir:

  • Caulerpa Polifera
  • Seegras
  • 1 Drahalge
  • 1 Pinzetfisch.


Von meinem Aquarienhändler Nemo's Aquaristik bekam ich noch

  • 1 Baggergrundel
  • 10 Turboschnecken
  • 1 Asseor Mirakel Barsch

hinzu.
Jetzt, ein Jahr mit DSB, war die Zeit gekommen das Seegras in den Bodengrund zu pflanzen. Doch Seegras zu besorgen war ein großes Problem. Kein Händler in der größeren Umgebung konnte dies beschaffen.
Nach einiger Zeit entdeckte ich dann, dass im Internet-Shop von Michael Mrutzek Seegras angeboten wurde. Nach telefonischer Rücksprache habe ich 2 Wurzeln von einem weiter nicht benannten Seegras bestellt.
Über verschiedene Internetseiten hatte ich mich über Seegras und seine Handhabung erkundigt und dadurch erfahren, das die Wurzeln sehr sorgfältig zu behandeln sind, damit die Rhizome nicht beschäftigt werden. Bei beschädigten Rhizomen wächst Seegras nicht mehr.
Die Lieferung von Michael Mrutzek klappte prima. Mit viele Sorgfalt wurden die beiden Wurzeln in den Sand gedreht, um dadurch Beschädigungen zu vermeiden. Da ich gelesen hatte, das es bis zu einem Jahr dauern könnte, ehe das Seegras anfängt zu wachsen, war langes Warten angesagt. Zu meiner Freude sah ich jedoch nach 6 Wochen die ersten neuen Blätter aus dem Sand ragen.
So wie beschrieben läuft das System seit Anfang Mai 2006 unter Zugabe geringer Mengen Spurenelemente: Jod, Strontium, Magnesium und Zuckerwasser (5 ml pro Tag bei ca. 650 l. Nettoinhalt an Wasser) und ohne zusätzlichen Wasserwechsel.

Das eingesetzte Seegras wächst seit Anfang Mai, mittlerweile auf eine Höhe von 60 cm. Kleinere Schnecken benutzen es gerne zur Eiablage.

Jetzt, 18 Monate nach Einrichten der Anlage, habe ich zum 1. mal Argonitsand nachfüllen müssen. Gleichzeitig habe ich den Maximalfilter u. Abschäumer auf dem Becken entfernt und es nur noch mit 2 Tunze Stream Pumpen für die Strömung betrieben.

Wie man auf diesem Foto erkennen kann, ragen die Sandröhren aus dem Bodengrund heraus. Das passiert, wenn die Grundeln schon mal etwas tiefer buddeln oder, und das ist eigentlich der Normalfall, es ist ein Zeichen dafür, dass Argonitsand nachgefüllt werden sollte.

Sandwurmröhren
 

Ca. 3 Monate später habe ich jedoch festgestellt, dass sich sehr viel Detritus im Becken ansammelte, was eindeutig zu viel war.
Folgende Maßnahmen habe ich dann ergriffen:
Zunächst habe ich Detritus abgesaugt, dann einen kleinen luftbetriebenen Abschäumer, Midiflotor, in einer Ecke installiert (diesen allerdings nachts für 7 Stunden abgeschaltet. Gleichzeitig habe ich einen Archaster angulatus Seestern besorgt, der dafür bekannt ist, größere Mengen Detritus als Futter zu benutzen. Zusätzlich wird einmal wöchentlich mit Timo-Clear der Detritusaustrag über den Abschäumer unterstützt.

Durch einen Bericht im Meerwasser-Aquarianer wurde mir bewusst, dass Detritus auch für viele filtrierenden Weichkorallen (z.B. Gorgonien u. Haarsterne) als Futter Verwendung findet.
Nach einigen Monaten war der Erfolg dem Becken anzusehen: alle Stein- u. Weichkorallen wuchsen und ich musste mir Gedanken darüber machen, welche Steine ausgetauscht werden sollten.

  
Beim Besuch eines Aquariengeschäftes viel mir eine kleine hellbraune Gorgonie auf, deren Name mir der Händler nicht nennen konnte, aber einen Ableger konnte ich mitnehmen. Diesen Ableger habe ich auf einen kleinen Stein geklebt und in eine Ecke des Beckens postiert. Es dauerte ein paar Tage, bis das ich den besten Platz für die Gorgonie gefunden hatte und sie zum ersten Mal ihre Polypen öffnete.
Ich habe dann einige Bücher und das Internet (z.B. Korallenriff de.) durchsucht, um den Namen dieser Gorgonie heraus zu finden, und ich bin fündig geworden: Es ist eine Pinnigorgia.
Aber diese kleine Gorgonie brachte auch einen Plagegeist mit ins Becken, Strudelwürmer (Tubelarien). Diese vermehrten sich sehr schnell, sodass nach einigen Monaten alle Scheibenanemonen mit Tubelarien total bedeckt waren. Da ich aber keine Chemie benutzen wollte, mussten Fressfeinde gefunden werden. Zufällig brachte der Meerwasser-Aquarianer die erste Lösung: Canthigaster-Valentini (Kugelfisch).
  
Nach einiger Zeit musste ich jedoch feststellen, dass dieser Fisch zwar Tubelarien fraß, aber die Menge für einen bereits zu viel war. Also habe ich als zweiten Fressfeind einen Lippfisch (Platyglossus marginatus) besorgt (von Transmarin in Nürnberg). Dieser hat dann innerhalb kürzester Zeit bei den Tubelarien aufgeräumt. Bis heute, ca. 1,5 Jahre nach Einschlepper dieser Plagegeister, sind immer noch einige vorhanden aber ich betrachte diese kleinen braunen Flecken als Lebendfutter für das mittlerweile eingesetzte Mandarinfisch-Pärchen.
Da auch immer wieder kleine Stellen mit Rotschmieralgen im Becken auftauchten, habe ich eine Wächtergrundel (Amblygobius phalaena) angeschafft. Diese hat sich zu meinem Erstaunen sofort und ganz gezielt auf die Suche nach den Rotschmieralgen gemacht, sodass nach einigen Tagen bereits alle verschwunden waren. Bis heute (ca. 3 Monate später) sind keinerlei Algen mehr aufgetaucht.

Natürlich ist ein Becken mit DSB auch ein toller Tummelplatz für den wohl größten Plagegeist im Meerwasserbecken, den Borstenwurm. Da dieser robuste Geselle sich meist nachts durch das Riff bewegt, ist er nur schwer zu bekämpfen. Also habe ich einen natürlichen Fressfeind, den Calloplesiops altevelis (Mirakelbarsch) ins Becken gebracht, der den Borstenwurm auf ein für das Riff gesundes Maß dezimiert.

Nach ca. 2 Jahren wurde die Zugabe von Spurenelementen fast eingestellt, nur 5 ml Zuckerwasser u. 5 Tropfen Jodtinktur täglich werden noch zugesetzt. Ausgleichend hierzu wird wöchentlich ein Wasserwechsel von 20 l vorgenommen, was ca. 15 % monatlich der gesamten Wassermenge ergibt. Als Salz brauche ich abwechselnd Matuta Feuchtsalz und Deep Blue von Aquaperfekt.

 

Im Juli 2007 habe ich bei Nemo's Aquaristik eine Alveopora gigas und eine Echinogorgia (ein Traum in violett) erworben. Diese schönen Filtrierer werden 2x täglich mit nanofood gefüttert. Durch den im Becken vorhandenen Detritus werden diese Tiere, davon bin ich überzeugt, super wachsen.

Bei meinem letzten Bummel durch die Aquarienszene in Aachen entdeckte ich bei Fressnapf zwei doch eher selten angebotene Filtrierer, eine gelbe Weichkoralle scleroephthya und ein Haarstern der Gattung Nemaster.

Da das Biosystem Deep Sand Bed und seine positive Wirkung auf das Leben im Riff nicht zu widerlegen sind, halte ich die Pflege auch sensibler Pfleglinge für wesentlich einfacher, als in einem Becken ohne DSB. Die notwendige Geduld für die doch teilweise langen Wartenzeiten, bevor wieder etwas eingesetzt werden kann, sollte sowieso bei jedem Aquarianer vorhanden sein.

Jetzt, ca. 2 1/2 Jahre nach Einrichten des DSB, kann man wohl eine erste Bilanz ziehen:
Die positiven Auswirkungen auf den gesamten Zustand des Aquariums sind schon sehr erstaunlich. Weiter ist als positiv der geringe Technikaufwand zu erwähnen, was den Stromverbrauch um einiges verringert.

Auch wäre es für dieses System von Vorteil, wenn die Händler sich evtl. mehr mit diesem System anfreunden könnten.

Ich werde mein Aquarium auch weiterhin genau beobachten und nach einiger Zeit diesen Bericht ergänzen.

Aber über die Rückschläge, die es erfahrungsgemäß wohl immer gibt, will ich hier berichten:

Zwei Fische, die sich in meinem Becken befanden, sollte man nach meinen gemachten Erfahrungen nicht zusammen halten: Platyglossus Marginatus und Canthigaster Valentini. Diese beiden hatten eine heftige Auseinandersetzung, bei der Canthigaster Valentini aus dem Becken sprang und ein Opfer der Katze wurde. Der Platyglossus Marginatus hatte eine große Bisswunde unterhalb der Rückenflosse und verendete einen Tag später.


Ein befreundeter Aquarianer hatte gleichzeitig mit mir eine Gorgonie Menella in Rot mit gelben Polypen gekauft. In seinem Becken, welches ohne DSB betrieben wird, wies diese nach ca. 10 Wochen sehr starke Spuren von Degeneration auf. An vielen Stellen zeigte sich nur noch das reine Skelett. Anfang Dezember 2007 ist sie in mein Becken übergesiedelt. Bereits einen Tag, nachdem ich sie an einen Standort mit sehr starker Strömung befestigt hatte, zeigten sich die ersten Polypen wieder und die Grundfarbe Orange kam an einigen Stellen bereits zum Vorschein. Nun heißt es erst mal abwarten, ob das Tier sein volle Schönheit wiedererlangt.

Meine eigene Echinogorgia hatte zu Beginn auch ihre Probleme, weil es einige Zeit dauerte, bis das der richtige Standort (mit viel Strömung) gefunden war. Seid einigen Wochen kann man jedoch ein deutliches Wachstum an den einzelnen Ästen erkennen.

Die Zeiten, in denen neue Tiere ins Becken kommen, werden nun immer länger. Als ich bei der letzten "Aquarientour" bei Aquatop reinschaute, fand ich dort eine sehr schöne gelbe Menella, die jedoch, wie auf dem Bild zu sehen ist, zwei kahle Stellen an den Zweigen hatte. Mein Ehrgeiz, dieses Tier wieder gesund zu pflegen, war wieder erwacht. Hier muss ich allerdings erwähnen, dass ich seit einiger Zeit ein neu zusammen gesetztes Filtriererfutter ins Becken gebe, täglich 1 ml pro 100l Aquarienwasser. Aber dazu später mehr.

Die gelbe Menella habe ich an eine strömungsreiche Stelle gesetzt, an der es auch etwas dunkler ist. Die Stelle war scheinbar gut gewählt, denn das Tier ist von diesem Zeitpunkt an fast nur noch traumhaft gelb. Ca. vier Monate später stellte ich zu meiner Freude fest, dass die beiden kahlen Stellen an den Zweigen wieder völlig beigewachsen waren und das ganze Tier ist ca. 10 mm gewachsen. Dies führe ich auf das neue Filtriererfutter zurück, da sonst nichts anderes ins Becken gegeben wurde.



Ende April fand ich wieder bei Aquatop einen, nicht namentlich bekannten, Haarstern, der an allen Armen kleine Schadstellen zeigte. Die Arme hatte sich das Tier wohl selbst gekürzt. Da ich der Meinung war, dem Tier könne es in meinem Aquarium nur besser gehen, habe ich es gekauft.

Nach langsamer Eingewöhnung, ca. 2 Stunden, wurde das Tier vorsichtig ins Becken gesetzt. Der Haarstern suchte sich sehr schnell einen Platz hinter dem Riff im Schatten, der für mich jedoch noch gut einsehbar ist. Regelmäßige Beobachtungen zeigten mir, dass die Arme sehr viel geöffnet sind.

Gefüttert wird 2x wöchentlich grünes und rotes Plankton, 3x wöchentlich 1 Würfel Lobstereier und täglich mein neues Filtriererfutter. Ca. 3 Wochen später konnte ich zu meiner großen Freude feststellen, dass sich bei dem Haarstern an den ehemals schadhaften Armen kleine, ca. 5 mm lange weiße Pinsel gebildet hatten.

Heute, ca. 5 Wochen nach dem einsetzen, sind die weißen Pinsel ca. 10 mm lang, was auf dem Foto gut zu erkennen ist. Dieses erfreuliche Wachstum dieser doch sehr empfindlichen Pfleglinge kann ich auch nur auf das von mir zur Fütterung benutzte neue Filtriererfutter zurück führen.

Dieses von mir bereits benutzte Filtriererfutter wird in einigen Wochen unter dem Namen Pico Food im Handel erhältlich sein. Ich hoffe, dass ich mit diesem Futter dazu beitragen kann, das solch wunderschöne Tiere in Zukunft ebenfalls besser zu halten sind, so wie heute schon die Stein- und Lederkorallen.

 

Es ist eine lange Zeit vergangen ohne einen weiteren Bericht über das DSB.

6 Jahre war das DSB in meinem Becken, ehe es von mir selber zunichte gemacht wurde. Ein kleiner Partner Krebs mit dem Namen Alpheus randalli hat es geschafft, binnen 2 Wochen aus dem DSB ein Labyrinth aus Gängen mit einem Durchmesser von etwa 1,5 cm zu machen, was für die Biologie des Aquariums nicht besonders gut war. Meine Nitratwerte stiegen in unbekannte Höhen 100-150 ml.Es gab nur eine Möglichkeit das Aquarium zu retten, das DSB musste sofort aus dem Becken genommen werden. Mit einer schnellen Aktion wurde das gemacht, was natürlich das Ende meines DSB Beckens war.

Das DSB, ein biologisches Meerwasser System was jedem anderen Filtersystem überlegen ist(unabhängig von der Beckengröße), wenn man bereit ist sich an einige Regeln zu halten.

  • 1. Den richtigen Sand verwenden (Aragamax Sugar Sized Sand )
  • 2. Viel Geduld
  • 3. Am Bodengrund selber darf nichts gemacht werden, außer Sand nachfüllen.
  • 4. Grabende Tiere Ja, aber keine Krebse. Besonders gut geeignet sind diese Seegurkenarten (Synapta maculata) und alle Arten der Familie (Holothuria (Halodeima) und ( Pseudocolochirus )

Eine Pflege von Gorgonien ohne Zooxanthellen, Seescheiden sowie anderer Filtrierer ist mit dem heute angebotenen Staub und Flüssigfutter, sowie einiger Lebendfuttertiere (Copepoden, Phytoplankton) über viele Jahre möglich. Bei der Beobachtung der Seegurke Pseudocolochirus violaceus fiel nach einiger Zeit auf, dass sie ohne Unterbrechung ihre Tentakel in die Mundöffnung steckte,was mich vermuten lies, das Futter im Wasser sein musste. Die Copepoden, die zur Fütterung gegeben wurden, hatten sich gut vermehrt, was einen Blick ins Mikroskop dann auch bestätigte. Die Pflege von filtrierenden Tieren wird so natürlich wesentlich erleichtert.
Eine gute Strömung ist ein absolutes MUSS, denn das DSB muss immer leicht durchströmt werden. Auch sollte man auf eine gute Sauerstoff Versorgung achten, hier kann ein Maximalfilter sehr gute Dienste leisten.
Ich habe noch einige Bilder angehängt von Tieren, die bei mir über mehrere Jahre gehalten werden konnten. Gefüttert wurde mit. Pico Food,Nano Food,(Phytoplankton) und einigen Lebend Futter Arten. Heute muss ich noch das neue Futter von Microbe Lift Coral
Food Plus erwähnen, weil es sich in den ersten Tests als sehr gut erwiesen hat. Empfehlen kann ich auch die neue Dosierpumpe von ARKA, die wegen des Magnetrührers auch eine Futtergabe von Flüssigfutter, welches Satz in der Flasche hat, ermöglicht.



      

 

Schlussfazit:
Das DSB: Ich kann es jedem empfehlen, ein Filter System das mit jeder herkömmlichen Filterung mithalten kann, wenn man bereit ist, die vorgenannten Regeln zu beachten. Mit diesem System kann man Tiere halten, welche in einem normalen Becken nach einigen Wochen zugrunde gehen würden. Es muss unbedingt darauf geachtet werden das der Bodengrund in Ruhe gelassen wird den schwarze Flecken am am Bodengrund (Sulfid) darf es nicht geben. Also Finger weg vom Bodengrund. Nährstoffe im Becken sind normalerweise kein Problem. Nitrat No3 wird vom DSB auf einem kleinen Wert gehalten, ca.2-5 mg. Beim Phosphat haben sich einige Rot- und Grünalgen bewährt. Gracilaria curtissae, alle Halimeda arten, Chlorodesmis fastigiata Werte um 0,1 mg halten diese Werte problemlos.

Die Installation eines Deep sand bed ist denkbar einfach und, vergleicht man sie mit den anderen Kosten für ein Aquarium, dann ist das eine preiswerte Sache. Einmal eingerichtet trägt es in hohem Maße zum erfolgreichen Betrieb des Beckens bei, indem es einen biologischen Filter mit genug Kapazität für die meisten Becken darstellt. Hinzu kommt, dass es für viele sich von Kleinstlebewesen ernährenden Tiere als Nahrungsquelle fungiert, wie z.B. für alle Filtrierer.

All dies tut es mit einem Minimum an Aufwand und Kosten.

Bei mir ist im Laufe des Jahres ein neues Becken mit DSB geplant, das wird dann ausführlich dokumentiert.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Peters


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Rolf Peters
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